„Geld. Die neuen Spielregeln“

Die Piraten haben bereits im EU-Wahlprogramm die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung – eines Verfassungskonvents – für die Europäische Union gefordert.

Die Arbeitsgruppe Geldordnung und Finanzpolitik der Piratenpartei hat Herrn Christian Felber, der unter anderem auch über sein neues Buch »Geld. Die neuen Spielregeln« spricht, zu einem Gespräch eingeladen.

Auszüge aus seinem Buch finden Sie z.B. bei Amazon . Das Gespräch fand am Dienstag, 15.04.2014 über die Online-Sprachsoftware Mumble statt. Damit Sie vorab einen Eindruck von seinen Ausführungen gewinnen können, haben wir ein paar kurze Auszüge aus dem sehr interessanten zweistündigen Gespräch für Sie aufgeschrieben, aber es lohnt sich, wie Sie sich denken können, dem ganzen   Gespräch zu lauschen … 😉

Ab 0:01:29:

„[…] Die derzeit rechtsgültige Geldordnung ist nicht nur multibel disfunktional, in der Bedeutung, dass uns das an sich wertvolle Werkzeug Geld in vielen Fällen nicht mehr dient – sondern uns beherrscht und uns Freiheiten nimmt, große Ungleichheiten und Ungerechtigkeit schafft, Instabilität und Verunsicherung schafft, unethisches Verhalten auch noch belohnt und das alles, weil die heute gültige Geldordnung nicht demokratisch designet und beschlossen wurde. Sie wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte in einem Art Stückwerk-Prozess immer mehr erweitert – ein Element um das andere – ohne, dass da am Anfang eine große Vision gestanden wäre. […]“

Ab 0:09:03:

„[…] Im deutschen Grundgesetz zum Beispiel steht im Artikel 1 die Menschenwürde allen anderen Werten und Prinzipien voran und auch der Wert der Gerechtigkeit. Und wenn wir die Menschenwürde und die Gerechtigkeit ernst nehmen, dann verstößt die gegenwertige Geldordnung durch ihre Wirkung, dass sie Ungerechtigkeit schafft, extreme Ungleichheit schafft und auch weltweit extreme Armut schafft und damit die Menschenwürde verletzt ist sie ethisch disfunktional […]“

Ab 0:56:50:

„[…] Die Gemeinwohl-Ökonomie beginnt damit, klar zu bekommen, was sind denn eigentlich die Ziele des Wirtschaftens, was sind die Mittel des Wirtschaftens und was sind die Werte des Wirtschaftens. Und alle drei Grundelemente einer Wirtschaftsordnung stehen bereits in unseren Verfassungen. Die Verfassungen, die etwas über das Ziel des Wirtschaftens aussagen, sagen einstimmig: Das ist das Gemeinwohl.[…]“

Ab 1:00:27:

„[…] in der bayerischen Verfassung steht wörtlich, dass Kreditwesen der Werteschaffung und der Deckung des Bedarfs der Bevölkerung dient.[…]“

Ab 1:04:27:

„[…] das halte ich für eine sehr gute Idee und weil Sie es jetzt zweimal erwähnt haben, dass die Piraten und Piratinnen hier auf ganz ähnliche Vorschläge gekommen sind – Das freut mich sehr und halte ich aber auch für einen Hinweis, dass wir auf der richtigen Spur sind, weil das was in den Dingen indirekt angelegt ist aber noch nicht erkannt worden ist, wird immer von vielen Menschen gleichzeitig erkannt. Das ist wie ein Bewusstseinsspiel das sich langsam hebt und dadurch kommen alle auf das gleiche logische Ergebnis.[…]“

Ab 1:20:47:

„[…] dass die Banken dann genau dem Bild entsprechen würden das viele von uns von Banken haben, nämlich dass zuerst jemand etwas bei der Bank einlegen muss, bevor sie dann einen Kredit vergeben kann. Wir wissen, dass das heute ganz anders ist. Nämlich, dass am Beginn der Kredit steht und dadurch auch die Geldmenge erhöht wird und das ist eben die Fähigkeit der privaten Geschäftsbanken Geld zu schöpfen – in einem Ausmaß, dass sich in den letzten 20 Jahren die Geldmenge M1 ungefähr viermal so schnell vergrößert hat, wie die Wirtschaftsleistung.[…]“


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